Produktentwicklung
In den Entwicklungsteams der Projekte „Digitale Rechtsantragstelle“, „Zivilgerichtliches Online-Verfahren“ sowie im Teilprojekt „Kommunikationsplattform für das zivilgerichtliche Online-Verfahren“ planen wir unsere Arbeit in drei Planungszyklen pro Jahr. Diese decken jeweils vier Monate ab (jeweils aufgeteilt in Planung und Entwicklung). Auf dieser Seite geben wir einen Überblick zu unseren aktuell geplanten Initiativen in der Produktentwicklung.
Unsere Initiativen für den Planungszyklus 1/2026
Projektübergreifende Initiativen
Vollständige Umstellung von service.justiz.de auf den KERN-UX-Standard
Wir stellen unsere Plattformkomponenten und unser Designsystem auf den KERN-UX-Standard um. Damit beteiligen wir uns an der Entwicklung der bundeseinheitlichen Design- und Entwicklungsstrategie und beziehen die Justiz von Anfang an ein. Wir gestalten den UX-Standard aktiv mit.
Justizportal: Erstellung eines projektübergreifenden Grobkonzepts
Um den Zugang zur Justiz nachhaltig verbessern, die Identität der Judikative als effektive, moderne und transparente Säule des Rechtsstaates zu schärfen und somit das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Gerichte und damit auch die Funktionsfähigkeit des Staates zu stärken, schaffen wir derzeit die Grundlagen für ein zentrales, interoperables und nutzendenfreundliches Justizportal. Dieses soll als singuläre Anlaufstelle für sämtliche Dienstleistungen der Justiz dienen und Ende-zu-Ende-Services für sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch professionelle Anwenderinnen und Anwender bieten.
XJustiz Export für die digitale Zahlungsklage und weitere Services
Onlinedienstleistungen von service.justiz.de sollen strukturierte Daten an Gerichte senden können. Das ist der erste Schritt, um eine maschinelle Verarbeitung von Daten durch die Gerichte zu ermöglichen. Als Basis nutzen wir die XJustiz-Standardschemata.
Umsetzung des „Online-Versands“ für den Antrag auf Beratungshilfe mit Pilotgerichten
Mit dieser Initiative öffnen wir den Weg ins Gericht über den Elektronischen Rechtsverkehr (ERV) über die „COM Vibilia Rest“ Schnittstelle (API). Zukünftig wollen wir digitale Beratungshilfeanträge direkt an Pilotgerichte senden.
Digitale Rechtsantragstelle
Kontopfändung: Erweiterung des Wegweisers um den P-Konto-Antrag
Der Wegweiser Kontopfändung wird um einen Antrag zur Existenzsicherung von Schuldnerinnen und Schuldnern erweitert. Innerhalb des ersten Quartals launchen wir einen digitalen Assistenten zur Erstellung eines Formulars für die Einrichtung eines P-Kontos bei der Bank oder Sparkasse.
Launch des Erbschein-Wegweisers
In diesem Quartal launchen wir eine erste Version für den Erbschein-Wegweiser und die dazugehörigen Informationsseiten. Nutzende finden damit heraus, ob sie einen Erbschein benötigen, wie sie einen Erbschein bekommen und an wen sie sich wenden müssen.
Zivilgerichtliches Online-Verfahren
Start der Erprobung des Online-Verfahrens und Launch der digitalen Zahlungsklage
Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Entwicklung und Erprobung eines Online-Verfahrens in der Zivilgerichtsbarkeit (Erprobungsgesetz) setzen wir die Anpassung unserer Onlinedienste fort. Ziel ist es, dass Nutzende auf service.justiz.de eine allgemeine Zahlungsklage oder eine Klage im Bereich der Fluggastrechte bis zu 10.000 Euro erstellen und diese digital über „Mein Justizpostfach“ beim teilnehmenden Gericht einreichen können, um ein Online-Verfahren zu eröffnen. Die Erprobung des Online-Verfahrens mit den bereitgestellten Eingabesystemen beginnt im April 2026.
Kommunikationsplattform
Justiz-Adapter und Netzwerkumkehrung
In enger Abstimmung mit den Ländern entwickeln wir eine Software, die eine sichere Anbindung der Kommunikationsplattform-APIs an die E-Aktensysteme der Justiz ermöglicht. Der Adapter wird bei den an der Erprobung teilnehmenden Ländern gehostet.
Ein- und Nachreichung von Dateien, Nachweisservice und Prüflogik
Zwischen Upload auf der Kommunikationsplattform und Einreichung bei Gericht werden Dokumente darauf geprüft, ob diese gemeinsam mit den nötigen Strukturdaten angeliefert wurden, ob sie – wo nötig – ordnungsgemäß signiert und frei von Schadsoftware sind und dem Format nach für das Gericht verarbeitbar sind. Je nach Einhaltung der Prüfkriterien wird die „Qualität“ der Dokumente anhand eines Ampelsystems dargestellt. Nur Dokumente, die hierbei als Rot gekennzeichnet werden, können nicht bei Gericht eingereicht werden. Über den Upload, die Prüfung und das Prüfungsergebnis sowie über die Einreichung werden jeweils signierte Nachweise erstellt.
Konzept des Datenraums bzw. Abbildung der Gerichtsakte auf der Kommunikationsplattform
Um die Justiz zu entlasten und den postfachbasierten Austausch zwischen Gericht und Anwaltschaft zu reduzieren, konzipieren wir einen geteilten Datenraum, der die Gerichtsakte für alle Verfahrensbeteiligten spiegelt (mit verschiedenen Sichtbarkeitseinstellungen). So sind relevante und aktuelle Informationen zentral verfügbar, es bedarf keiner Akteneinsichtsgesuche mehr und Gerichte werden von der Zustellung von Schriftsätzen entlastet. Hierzu bereiten wir weitere User-Research-Maßnahmen mit den Gerichten vor.
Erarbeitung eines IT-Sicherheitskonzepts
Gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erarbeiten wir ein IT-Sicherheitskonzept für die Kommunikationsplattform. Dafür identifizieren wir die richtigen Anforderungskataloge und definieren, welche Sicherheitsmaßnahmen wie umgesetzt werden müssen.